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12. April 2023
Jürgen Baltes
Studie

Die fünf wichtigsten Digital Marketing Trends 2023

Digitales Marketing befindet sich ständig im Wandel. Neue Technologien und Plattformen eröffnen immer wieder neue Werbemöglichkeiten, ob künstliche Intelligenz, das Metaverse oder auch das wachsende Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Nicht jeder Trend ist allerdings für jedes Unternehmen von zentraler Bedeutung. Und sicherlich sollte man auch nicht blind auf jeden Hype aufspringen – sondern nur, wenn das Investment auch wirtschaftlich erfolgversprechend ist.
Bunter Panda mit Kopfhörern und Sonnenbrille
Foto: logolord/Adobe Stock

Erst kürzlich hat die Unternehmensberatung Deloitte ihren diesjährigen Global Marketing Trend Report veröffentlicht, für den gut 1.000 Chief Marketing Officer (CMO) von Marken rund um die Welt befragt wurden. Demnach setzen die Entscheider für 2023 vor allem drei Prioritäten: die schnellere Einführung neuer digitalen Technologien und Plattformen (38 %), die Expansion in neue Märkte, Segmente oder Regionen (36 %) sowie eine stärkere Personalisierung der Kundenbeziehung mithilfe von Algorithmen (36 %).

Trend 1: Künstliche Intelligenz

Technologie steht seit Jahren im Fokus der Marketing-Verantwortlichen. Laut Deloitte geht es aber aktuell vor allem darum, mithilfe von Künstlicher Intelligenz und Analytics ein „genaueres und lebhafteres“ Bild der Zielgruppen zu gewinnen. Ziel sei es, diese besser zu verstehen und im besten Fall sogar unausgesprochene Wünsche und Erwartungen zu entdecken – und entsprechend zu bedienen. Denn entscheidend bei der Marketing-Kommunikation ist bekanntlich, dass diese bestmöglich auf die Interessen der Adressaten abgestimmt ist. Sonst verpufft sie allzu oft.

Trend 2: Social Commerce und Metaverse

Welche Rolle das Metaverse in Zukunft wirklich spielen wird, muss sich erst noch zeigen. Doch Virtual und Augmented Reality sowie neue Bezahloptionen verschaffen Marketing-Verantwortlichen ganz neue Möglichkeiten, die Wünsche ihrer Kunden in sozialen Medien und virtuellen Welten zu bedienen – beispielsweise durch die virtuelle Anprobe von Kleidung und Accessoires oder die virtuelle Beratung. Hier lassen sich ganz neue Produkt- und Serviceerlebnisse, soziale Interaktionen und Unterhaltungselemente kreieren. Die Shopping-Kanäle sozialer Medien und das Live-Shopping sind möglicherweise nur ein Anfang.

Trend 3: SEO und Content

Im vergangenen Jahr hatte das Helpful Content Update von Google für reichlich Diskussion unter SEO-Verantwortlichen gesorgt. Klar ist: Keyword-Stuffing und andere überholte SEO-Techniken der Vergangenheit werden nicht mehr honoriert. Die Ansprüche haben sich gewandelt. Expertise, Vertrauen und Einzigartigkeit sind zentrale Kriterien, nach denen Google Inhalte als „helpful content“ einstuft. Hinzu kommen die User Experience und die Geschwindigkeit einer Website. Es schadet also nicht, die eigene Website immer wieder auf ihre Inhalte zu prüfen, aufzuräumen, zu entschlacken und ihre Performance zu optimieren.

Trend 4: Soziale Werte und Nachhaltigkeit

Ob Pandemie, Krieg, Klimawandel oder soziale Verwerfungen: Gesellschaftliche Verantwortung und klare Positionierung sind zunehmend auch von Marken gefragt. Kriterien wie Klima- und Umweltschutz, Ressourcen- und CO2-Bilanz, Fairtrade und weitere werden zu Kaufentscheidungs- ebenso wie zu Sympathiefaktoren. Erst kürzlich hat die Digital Commerce-Studie 2023 von Adesso herausgefunden, dass Nachhaltigkeit zum zweitwichtigsten Kaufkriterium nach dem Preis aufgestiegen ist.

Werteorientierte Marken werden künftig immer weniger umhin kommen, sich zu den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Themen zu positionieren. Im Idealfall werden die gesellschaftlichen Anliegen zum integralen Bestandteil der Markenmission

Trend 5: Gezielteres Influencer-Marketing und Authentizität

Influencer-Marketing ist zwar nichts Neues. Doch die Art der Zusammenarbeit scheint sich aktuell zu ändern. Statt auf hochkarätige – und entsprechend hochbezahlte – Influencer zu setzen, arbeiten Unternehmen zunehmend mit Micro-Influencern zusammen, die vielleicht eine deutlich geringere Reichweite haben, aber für ihre Community eine besonders vertrauenswürdige Quelle sind – teilweise sogar vertrauenswürdiger als Freunde. Herausforderung des digitalen Marketings ist es daher, die wichtigsten Influencer im jeweiligen Segment zu identifizieren und gemeinsam ein authentisches Marketing aufzubauen. Denn auch das erwarten Kunden zunehmend: Lebensnahe und authentische Kommunikation statt perfekt inszenierter Werbung.

Fachjournalist
Jürgen Baltes

Der Diplom-Volkswirt Jürgen Baltes arbeitet seit über 20 Jahren als Fachjournalist für Wirtschafts- und Digitalthemen. Er lebt in Überlingen am Bodensee.

Porträtfoto Jürgen Baltes
Foto: Grave passenger/Adobe Stock
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